Konzeption (Vision) der Evangelischen Jugend im Ev. Luth. Kirchenkreis Greiz (www.Ev-Jugend-Greiz.de)
Wir vertrauen auf Gottes Liebe, Führung und Beistand. Ohne ihn ist alle unsere Arbeit in der Gemeinde sinnlos. Auf dieser Grundlage haben wir gemeinsam mit dem Mitarbeiterkreis der Jugendarbeit und dem Pfarrkonvent diese Konzeption entwickelt.
1. Vision
Viele Jugendliche aus dem Kirchenkreis Greiz folgen Jesus und bauen an seiner Gemeinde. Jugendarbeit ist Teil der Gemeindearbeit. Die Jugendlichen finden sowohl in den Gemeinden als auch in der übergemeindlichen Jugendarbeit geistliche und persönliche Heimat und übernehmen Verantwortung. Durch Jugendarbeit bekommen die Kirchgemeinden neue Impulse, Perspektiven und gesellschaftliche Relevanz.
2. Ziele
Ziel der Evangelischen Jugendarbeit ist es, Jugendlichen relevanten, verbindlichen, fröhlichen und verantwortungsbewußten christlichen Glauben zu vermitteln. Das bedeutet:
- Lebenshilfe: Jugendliche begleiten und unterstützen
- Glaubenshilfe: Jugendlichen, die sich als Christen verstehen, einen Ort bieten, wo sie im Glauben gestärkt werden
- Gemeinschaft: Räume und Zeiten schaffen, wo Jugendliche Gemeinschaft erleben können
- Mission: Möglichst viele Jugendliche für den Glauben an Gott und für die Nachfolge Jesu Christi begeistern und gewinnen
- Entwicklung
- persönlich
- geistig
- geistlich
- körperlich
- Verantwortung
- für sich selbst
- für andere Menschen
- für Aufgaben
- für die Gesellschaft
- Beratung und Unterstützung
- Partizipation an allen Entscheidungen, die die Jugend- und Gemeindearbeit betreffen.
- auf Fragen ehrliche, klare Antworten suchen
- Seelsorge und Begleitung
- Gaben entdecken, fördern und entfalten lassen
- "Vom Zuschauer zum Spieler zum Trainer"
- Außenstehende/vom Glauben Distanzierte
- weil sie Gott wichtig sind
- für neue Impulse/Ideen/Meinungen (Offenheit!)
- Beziehungen + Gemeinschaft
- ist unsere Aufgabe (Mt. 28, 18ff)
- Christen, kirchliche "Insider"
- Glauben und Leben teilen
- Gemeinschaft
- Wachstum und Halt im Glauben
- Konfirmanden
- Gemeinde steht in der Verantwortung
- Halt und Heimat anbieten
- Jugendliche Randgruppen (Sozialarbeit)
- gesellschaftliche/christliche Verantwortung
- Nächstenliebe
- Jugendliche sind Gott wichtig
- Momentan - 1999 - ist für uns Punkt d) (Jugendsozialarbeit) aus Kapazitätsgründen nicht leistbar. Dies entbindet uns jedoch nicht von unserer Verantwortung. Zusammenarbeit mit anderen Trägern (z. B. Diakonie, Streetwork) ist anzustreben.
- Es muss verschiedene Angebote für Kirchenferne und für bewußte Christen geben. Nur beides ergibt ein Ganzes. In den einzelnen Gruppen müssen Prioritäten gesetzt werden. Wir brauchen unbedingt Begegnung untereinander und Vernetzung der Angebote, damit nicht konkurrierende Arbeitszweige entstehen.
- Wichtig ist ein authentisches und transparentes Leben der verantwortlichen Leiter, die sich bewußt als Christen verstehen.
- Es bedarf regelmäßiger Mitarbeiterschulung und -betreuung. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind die tragenden Stützen unserer Jugendarbeit. Hauptamtliche Mitarbeiter und Kirchgemeinden stehen in der Pflicht, Ehrenamtliche zu unterstützen, sie zu mehr Kompetenz zu führen und ihnen selbständige Verantwortung zu übertragen.
- Als christliche Jugendarbeit ist es uns wichtig, mit anderen Trägern von Jugendarbeit zusammenzuarbeiten.
- Gemeinschaft (gemeinsame Aktionen, Gespräch, fun & action)
- Integration in die Heimatgemeinde
- Gebet
- Heimat/Basis für die Jugendlichen
- Koordination
- Themenfindung Jugendtage (siehe 5.3.)
- Gemeinschaft
- Gebet (z.B. auch Bildung von Hauskreisen)
- Vertretung der örtlichen Interessen im Gesamtkonzept
- Schulung und Fortbildung
- gegenseitige Hilfe der Jugendkreise bei auftretenden Problemen
- Öffentlichkeitsarbeit
- Gemeinschaft
- nicht nur in einer kleinen Gruppe, sondern wir sind viele
- z. B. durch gemeinsame Aktionen, Turniere, Workshops, Essen
- Verkündigung
- über ein vorher im MAK festgelegtes Thema, Thema für Jugendliche von heute relevant (Beziehung)
- missionarisch
- Gespräche
- über Thema in Kleingruppen
- ca. 20-30 min
- vorher im MAK vorbereitet (Fragen)
- Konzert/Erlebnis/Höhepunkt
- Seelsorge
- Schulung
- Koordination, Organisation
- Begleitung, Motivation und Unterstützung der Jugendlichen
- Leitung des MAK
- Verhandlung mit Künstlern usw.
- Verkündigung (auch in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen)
- Fundament für Jugendarbeit schaffen (Finanzen, Verwaltung, Zurüstung, Vertretung in Gremien usw.)
2.1. Lebenshilfe
Dieser Punkt beinhaltet:
2.2. Glaubenshilfe
Dieser Punkt meint konkret:
2.3. Gemeinschaft
Jugendliche finden in unserer Arbeit lokale und emotionale Räume, wo sie sie selbst sein dürfen.Sie können sich mit anderen Jugendlichen und auch Erwachsenen austauschen. Es gibt Zeiten um zusammen zu beten, zu arbeiten, zu denken, zu feiern, zu lachen und zu weinen.
In dieser Gemeinschaft mit anderen wird auch Gemeinschaft mit Gott erlebbar.
2.4. Mission
Wir glauben, dass das Evangelium von der Liebe Gottes für Jugendliche relevant ist.
Deshalb sind Veranstaltungen und Gruppen erforderlich, die die Teilnehmer bewußt für den Glauben interessieren (Mt. 28, 18ff). Das Prinzip dabei ist dialogisch und der Respekt vor jeder freien Entscheidung bleibt Grundlage.
3. Motivation
Alle Menschen sind Gott wertvoll und wichtig (1. Tim. 2, 4). Dieses bedingungsloses "Ja" Gottes zu jedem Menschen ist unsere Motivation. Jesus hat uns in seine Nachfolge gerufen (Joh. 20, 21). Das wollen wir ernst nehmen.
4. Wer? Warum? Wohin?
4.1. Zielgruppen und Begründung
Alles unter den Aspekten "Lebenshilfe", "Glaubenshilfe", "Gemeinschaft", "Mission" (siehe Punkte 2.1. - 2.4.)
4.2. Wohin?
Jugendliche können zu einer Beziehung zu Gott in der Nachfolge Jesu finden. Sie finden Gemeinschaft in der Kirchgemeinde und in deren und der regionalen Jugendarbeit.
4.3. Folgerungen
5. Konkretion
Um diese Ziele zu erreichen haben wir folgende Ideen entwickelt, an deren Umsetzung wir arbeiten wollen.
5.1. JG's / Jugendkreise
Im Prinzip hat fast jede JG/Jugendkreis mit ähnlichen Problemen zu kämpfen (z.B. Mitarbeitermangel, Nachwuchs, Konzeption). Wir wollen versuchen, die Potentiale zu bündeln, indem jeder Jugendkreis sich mit seiner speziellen Identität in die Jugendarbeit des Kirchenkreises einbringt. Ziel ist, an den Erfahrungen und den Möglichkeiten der anderen zu partizipieren, ohne dabei die eigene Prägung, den eigenen Stil aufzugeben.
Jeder Jugendkreis ist an eine Kirchgemeinde angebunden und versteht sich als Gemeindegruppe innerhalb des jeweiligen Gemeindeprofils. Diese Bindung wird nicht gelöst, sondern erweitert.
Jugendliche übernehmen im Gemeindekirchenrat Verantwortung. Jugendkreise gestalten auch Gottesdienstefür und mit der Gesamtgemeinde (z. B. Gebetsgottesdienst, Kindergottesdienst, Jugendgottesdienst). Eine Vernetzung von Jugendarbeit und Konfirmandenarbeit ist unbedingt durchzusetzen.
Die JG's/Jugendkreise verstehen sich auch als örtliche Gruppen der Jugendarbeit des Kirchenkreises. Hauptschwerpunkte sind:
Jugendarbeit braucht geeignete, nach Möglichkeit eigene Räume. Jugendgruppen können je nach örtlichen Gegebenheiten sehr unterschiedlich sein. Neben der thematisch orientierten JG sind Sportgruppen, Theatergruppen, Jugendchöre, Ten Sing, Jugendcafé-Teams, ökologisch orientierte Gruppen und noch viele andere Richtungen denkbar. Wichtig ist das bewußt christliche Profil (Glaubenshilfe, Lebenshilfe, Gemeinschaft, Mission).
"Eigene" Höhepunkte vor Ort werden bewußt für die gesamte Jugendarbeit geöffnet (Information und Gestaltung). Der punktuelle Austausch von Mitarbeitern sowie gegenseitige Besuche und gemeinsame Projekte ganzer Gruppen gehören dazu.
5.2. Mitarbeiterkreis (MAK) / Kinder- und Jugendausschuss
Dreh- und Angelpunkt der Jugendarbeit auf Kirchenkreisebene ist der Mitarbeiterkreis. Hier werden Entscheidungen über gemeinsame Aktionen, Strategien usw. geplant und beschlossen. Aus jedem Jugendkreis ist mindestens ein Verantwortlicher verbindlich dabei.
Der Kinder- und Jugendausschuß ist Bindeglied zwischen MAK und Kreissynode sowie Sprachrohr der Jugendarbeit. Dies geschieht durch entsprechende Beschlußanträge und Informationsaustausch.
5.3. Jugendtage
Zwei- bis dreimal jährlich finden große Veranstaltungen für alle statt.Diese Veranstaltungen(Arbeitstitel "Jugendtag") sollen inhaltlich und qualitativ absolute Highlights für die Jugendlichen sein. Eine missionarische Ausrichtung ist wichtig. Sie sollen auch für Distanzierte einladend sein. Konfirmanden aller Gemeinden sind (mit Pfarrer/Pastorin und JG) mit dabei.
Bausteine der Jugendtage sind:
Der Jugendtag soll zum Highlight werden, "... dass man einfach nicht verpassen darf". Dafür ist es hilfreich, einen gutklassigen (kulturellen) Höhepunkt "einzufliegen": z. B. Band, Liedermacher, Theatergruppe, Film usw. Es soll dabei auf Bezug zum Thema und auf Qualität geachtet werden.
Konkret vorbereitet werden die Jugendtage von 1 oder 2 Jugendkreisen/JG's in Begleitung einer/s Hauptamtlichen, der/die mind. 6-8 Wochen dieser Gruppe regelmäßig zur Verfügung steht. In die Vorbereitung und Durchführung mit einbezogen werden die örtlichen Konfirmanden/innnen. Diese werden für diese Zeit vom regulären Konfirmandenunterricht befreit und sind dafür bei den Vorbereitungen immer mit dabei. Eine andere Möglichkeit ist die punktuelle Vorbereitung im Konfirmandenunterricht. Wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen JG/Jugendkreis, Konfis und Pfarrer/Pastorin.
5.4. Jugendgottesdienste
Die bisher in Greiz laufenden Jugendgottesdienste werden um Veranstaltungen ergänzt, die vom Profil her so gestaltet, dass sie "Tankstellen" für bewußte Christen sind. Es geht da um Glaubensstärkung und -wachstum. Der Anspruch an Qualität und Gehalt ist genauso hoch anzusetzen wie bei den Jugendtagen.
5.5. Die Hauptamtlichen
In diesem Konzept sind die Hauptamtlichen der Jugendarbeit neben Betreuung + Beratung der Jugendkreise zuständig für
5.6. Finanzen
Ein "Ja" zu engagierter Jugendarbeit ist auch ein "Ja" zu finanzieller Verantwortung von Gemeinde und Superintendentur. Das ist bei der Haushaltsplanung zu berücksichtigen.
Uns geht es in erster Linie um Ziele und Auftrag als Evangelische Jugendarbeit. Wir sind uns sehr wohl bewußt, dass dieses Konzept den finanziellen Bedarf in die Höhe treiben kann. Wir glauben jedoch, dass eine gute und von Gott gesegnete Jugendarbeit nicht an den Finanzen scheitert.
Als zusätzliche Finanzquellen (neben dem Jugendetat im Kirchenkreis) stellen wir uns z. B. gezielte Spenden vor. Wenn nur 6 Leute monatlich 50,00 DM in die Jugendarbeit ihrer Kirche investieren, sind das jährlich 3.600,00 DM, was schon eine ganz beachtliche Summe ist. Auch Fördervereine sind denkbar.
Außerdem ist punktuell eine Förderung durch das Landratsamt und durch das Land Thüringen möglich. Es können auch noch andere Finanzquellen erschlossen werden (z. B. Sponsoring).
Am Geld wird diese Konzeption nicht scheitern, wenn Gott seinen Segen dazu gibt.
Dieses Konzept soll in regelmäßigen Abständen auf Aktualität und Effektivität vom Kinder- und Jugendausschuß überprüft werden.
Kinder- und Jugendausschuß der Kreissynode
Greiz
Diese Konzeption wurde am 27. Februar 1999 von der Kreissynode in
Greiz beschlossen.
